Kunst: An vier Orten spielt künftig die Musik

20. März 2015  Allgemein, Presseecho

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Roland Hamm (Die Linke/Pro Aalen) sah in dem Konzept zwar die Auflistung einer bereits gewachsenen Struktur, an diesem Kompromiss könne aber niemand rütteln wollen. Für die Aufgabe von Standorten, so schrieb er den Grünen ins Stammbuch, gebe es in diesem Gemeinderat keine Mehrheit mehr. Die Herausforderung jetzt sei, die vier Standorte auszubauen, zu vernetzen und in ihrem Angebot noch zu steigern.

 

Kunst: An vier Orten spielt künftig die Musik

Gemeinderat billigt Konzeption für die Ausstellungsaktivitäten der Stadt und ihrer Kooperationspartner

Aalen sz  Eckard Scheiderer

In Sachen Bildender Kunst will die Stadt als Veranstalter künftig an vier Standorten in Aalen die Musik sozusagen spielen lassen. Bei neun Gegenstimmen und drei Enthaltungen ist ein entsprechendes Grundkonzept im Gemeinderat durchgegangen. Das auch beinhaltet – die Kunstfreunde werden es mit Vergnügen hören –, dass künftig auch die Termine von Ausstellungen und Vernissagen besser aufeinander abgestimmt sein sollen.

Die „klare Struktur mit unterschiedlichen Schwerpunkten“, wie es in der Verwaltungsvorlage hieß, beschreibt diese vier Ausstellungsstandorte der Stadt:

das Rathaus mit dem großen Foyer für große Formate, Installationen und „begehbare Bilder“ sowie der bisherigen Rathausgalerie für Kabinettausstellungen, Malerei und Grafik, alles mit regionalem bis überregionalem Anspruch

das Alte Rathaus mit den Galerieräumen des Kunstvereins im ersten Obergeschoss sowie den städtischen Galerieräumen im dritten und vierten Obergeschoss in der Kooperation Kunstverein/Stadt für die Aktivitäten des Kunstvereins sowie für große Ausstellungen mit zum Teil internationalem Ruf

das Schloss Fachsenfeld mit seinen drei Galerien in der Trägerschaft der Stiftung Schloss Fachsenfeld für wechselnde Ausstellungen mit regionalem, nationalem und internationalem Charakter sowie zur Präsentation der Sammlung von Schloss Fachsenfeld und für den Fachsenfelder Kunstsalon

das Museum und das Bürgerhaus Wasseralfingen in Kooperation mit dem Bund für Heimatpflege sowie dem Stadtverband für Sport und Kultur mit Werken von Sieger Köder und seinen Künstlerfreunden, mit wechselnden Kunstausstellungen, aber auch mit Ausstellungen zur Orts-, Regional- und Industriegeschichte (im Museum) sowie den jährlichen Ausstellungen zu den Wasseralfinger Festtagen (im Bürgersaal)

Kooperativ ohne Konkurrenzdenken, aber mit gegenseitigen Terminabsprachen sollen diese vier Ausstellungsstandorte sein, sagte OB Thilo Rentschler. Was für Aalen zukunftsweisend sei, wie Günter Höschle (CDU) anmerkte. Der aber gleichzeitig darauf pochte, auch in Kooperationen dürften die Partner künftig nicht „eingeschränkt oder beschnitten“ werden. Was jetzt noch nötig sei, sei eine professionelle Vermarktung des Aalener Kunstangebots, notfalls mithilfe eines externen Mediators.

Keine Mehrheit für Schließungen

Einen solchen brauche man nicht, wehrte Hermann Schludi (SPD) diesen Vorschlag ab. Nannte aber die Bündelung von Synergien bei der Bildenden Kunst in Aalen wünschenswert und notwendig. Dennoch müssten sich die einzelnen Ausstellungsstandorte profilieren und weiterentwickeln können. Thomas Battran (Grüne) bemühte erneut das einst von seiner Fraktion und der CDU ausgearbeitete Museumskonzept, das auf eine klare Reduzierung der Zahl der Standorte gesetzt habe. Weshalb man das jetzige Konzept ablehne. Denn: „Vielfalt macht die Qualität nicht besser.“

Roland Hamm (Die Linke/Pro Aalen) sah in dem Konzept zwar die Auflistung einer bereits gewachsenen Struktur, an diesem Kompromiss könne aber niemand rütteln wollen. Für die Aufgabe von Standorten, so schrieb er den Grünen ins Stammbuch, gebe es in diesem Gemeinderat keine Mehrheit mehr. Die Herausforderung jetzt sei, die vier Standorte auszubauen, zu vernetzen und in ihrem Angebot noch zu steigern.

Und auch der OB blickte abschließend auf die Grünen: „Wenn wir Wasseralfingen aufgeben würden, würden wir einen großen Fehler machen.“


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